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Kawasaki Zephyr Series

General

Anfang der 1990er Jahre kam es besonders in der japanischen und der europäischen Motorradszene zu einem Effekt, der "Retro-Boom" genannt wurde. Ein Boom, der eigentlich keiner war, da sich der vorgenannte Effekt fast ausschließlich auf Modelle einer bestimmten Baureihe beschränkte, der Kawasaki Zephyr. Wie kam es dazu? Zu einer Zeit, als die meisten Motorradhersteller ihre Produkte immer mehr hinter den verschiedensten Formen von Halb- oder Vollverkleidungen versteckten, ging eine Gruppe junger japanischer Ingenieure daran, wieder ein "richtiges" Motorrad zu konstruieren, "richtiges Motorrad" im puristischen Sinne von einem Motor mit 2 Rädern.
Einer der Gründe hierfür waren häufige Anfragen betuchter Z-Enthusiasten aus Japan und Europa nach einem möglichen limitierten Wiederaufleben der legendären Z1- und Z2-Serien. Dies wurde von Kawasaki abgelehnt und damit begründet, dass die technische Austattung dieser Modelle, dem aktuellen Stand der Technik nicht mehr genügen würde.
Der wirkliche Grund für die Ablehnung seitens Kawasaki lag wohl aber eher darin begründet, dass eine Neuauflage ohne hohe finanzielle Investitionen nicht hätte realisiert werden können, da die meisten der notwendigen Fertigungsmaschinen und deren Werkzeuge bereits verschrottet waren.
Deshalb war es letztendlich wirtschaftlicher ein komplett neues Motorrad zu konstruieren und zu produzieren, das den aktuellen technischen Standards genügte und den Geist der alten Z-Reihe so gut wie möglich widerspiegelte. Das Ergebnis dieser Überlegungen war 1989 die Einführung der Zephyr 400 auf dem japanischen Markt, ein luftgekühlter Reihen-Vierzylinder-Motor, mit richtigen Kühlrippen, in einem Doppelschleifen-Stahlrahmen mit einstellbaren Stereo-Stoßdämpfern, zwei Alu-Räder mit Scheibenbremsen und einer 4-in-1 Auspuffanlage, ohne sonstigen Firlefanz.
Die Zephyr 400 avancierte auf dem japanischen Markt sofort zum Verkaufsschlager und war bis 1992 das meistverkaufte 400cm³ Motorrad überhaupt. Dieser Erfolg ermutigte Kawasaki, ab 1990 auch eine 550 cm³-Variante (ZR 550 B1) auf den Markt zu bringen, deren Export 1990 als B1 in die USA und nach Europa als B2 1991 gleichzeitig mit dem der Zephyr 750 (ZR750C1) begann. Ein Jahr später, 1992 , folgte dann noch die Zephyr 1100 (ZRT10A1).

Während die optische Verwandtschaft der Zephyr zu den ersten Z-Modellen kaum zu leugnen ist, liegen technisch Welten zwischen beiden Baureihen.
Nähere Informationen zu den einzelnen Modellen in der Rubrik " Modelle".
Zephyr - der Name ist Programm Das Konzept "Zephyr" war einschließlich der Namensgebung sehr gut durchdacht. Neben der Ähnlichkeit im Aussehen, war durch den Buchstaben "Z" im Namen die Assoziation mit der alten Z-Baureihe natürlich vorprogrammiert.
Der Name Zephyr kommt von "Zephyros", einer Figur aus der griechischen Mythologie, die als Gottheit, den Westwind verkörpert. Der warme und feuchte Westwind galt im allgemeinen als der freundlichste und willkommenste der Winde und als Bote des Frühlings.
Und genau hier wurde der Name "Zephyr" zum Programm der gesamten Baureihe, in dem dieses Motorrad frischen Wind in Kawasakis Modellpalette und den gesamten Motorradmarkt brachte, mit der Idee an die früheren Erfolge von Z1/900, Z1000, Z650 und GPZ750 anzuknüpfen.
Zugunsten dieser außergewöhnlichen Namensgebung verzichtete Kawasaki in den ersten 2 Jahren sogar auf den Kawasaki-Schriftzug auf den Tankflanken. Im Modelljahr 1992 wird der Zephyr-Schriftzug dann auf die Seitendeckel verbannt. Bei der Zephyr 550 nur der Schriftzug, bei den 750er und 1100er Modellen in Verbindung mit der Hubraumangabe.
 Mythos Zephyr?
Als genau 18 Jahre nach der Präsentation der legendären Z1 auf der IFMA Köln, der ehemals größten Zweiradmesse, wieder zwei "nackte" Kawasaki-Modelle im Rampemlicht standen, die Zephyr 550 und ihre größere Schwester Zephyr 750, überschlugen sich die Fachmedien mit überschwänglichem Lob für diese Motorräder. Nach Meinung der Fachpresse und des Publikums hat es kein Hersteller besser verstanden klassische Optik mit moderner Technik zu kombinieren und derart gut in Szene zu setzen. Sehr früh wurde bereits das Wort "Mythos Zephyr " mit ins Spiel gebracht.
Dies spiegelte sich in den nächsten Jahren auch in den Verkaufszahlen wider - zumindest in Europa. In den USA hingegen wurde es ein recht kurzes Gastspiel. Dort bekam Kawasaki bereits kurz nach der Markteinführung im Jahre 1991 Probleme mit der Ford Motor Company, die das dortige Recht an dem Namen "Zephyr" hält.
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