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Kawasaki Zephyr Series



Zephyr 1100




Zephyr 1100 - Cockpit



Zephyr 1100 - Motor



Zephyr 1100 - Hinterbau



Zephyr 1100 - Bürzel

Nachdem Kawasaki mit seinen Modellen Zephyr 400, 550 und 750 den Motarradmarkt weltweit aufgemischt hatte und einen regel­rechten "Retro-Boom" auslöste, fehlte in der Zephyr-Baureihe ei­gentlich nur noch ein hubraumstarkes Dickschiff.

Im Spätherbst 1991 war es dann soweit. Weltweit wurde dem Fachpublikum, den deutschen Händlern auf der Mittelmeerinsel Mallorca, die Zephyr 1100 vorgestellt. Die Stimmung war zwar nicht so euphorisch wie bei der Vorstellung der kleineren Modelle auf der IFMA 1990, aber das Interesse der Händler war dennoch entprechend groß, da man sich beim 1100er Modell ähnlich hohe Verkaufszahlen erhoffte.

Für viele galt die Zephyr 1100 von vornherein als "legitime Erbin" und "würdiges Ebenbild" der legendären Z1. Wenn man sich dann die Zephyr 1100 so anschaut, muss man sich schon einmal fra­gen ..."Wieso eigentlich?". Weder ist das 1100er Dickschiff so schön schlank wie eine alte Z, noch hat sie überhaupt einen kon­kreten Bezug zu den alten Serien, denn selbst der Motor stammt nicht aus der guten alten Zeit.

Er gleicht optisch und technisch den Motoren der 1970er Jahre und er hat auch 2 obenliegende Nockenwellen, die auch 2 Ventile pro Zylinder bewegen, ist aber wesentlich kurzhubiger ausgelegt. Das Kurbelgehäuse und der Kurbeltrieb fanden sich in leicht modi­fi­zier­ter Form auch in Kawasakis US-Tourer "Voyager", doch der Rest war eine komplette Neukonstruktion, was sich zum Leid­we­sen der Händler auch im Preis niederschlug.

Nichtsdestotrotz bietet das 1100er Triebwerk (1063 ccm und 93 PS) mit seinen Kühlrippen, den obenliegenden Nockenwellen, den typischen Motor-, Kupplungs- und Getriebedeckeln und der ver­chrom­ten 4-in-2 Auspuffanlage einen klassisch vertrauten Anblick. Allerdings wurde im Gegensatz zu den kleineren Zephyr-Modellen ein gößerer Ölkühler verbaut, die Lichtmaschine hinter der Zylin­der­bank plaziert und es kommt eine hydraulisch zu betätigende Kupplung mit Antihoppingsystem zum Eine Doppelzün­dung mit 2 Zündkerzen pro Brennraum und das so genannte "Clean Air Sys­tem" (ein Sekundärluftsys­tem, bei dem Frischluftzufuhr direkt hin­ter dem Auslassventil eine Nachver­brennung in der Auspuffanla­ge bewirkt) sollen die Verbrennung optimieren, um die Emissions­wer­te zu verbessern.

Das Ganze steht vorne auf einer 18-Zoll 5-Speichen-Alufelge, mit einem 120 mm breiten Reifen, ge­bremst durch 2 Bremsscheiben mit Dop­pel­kolben-Bremssätteln, die aus der 1990er ZXR 750 stammen und gefedert durch eine Teleskopgabel mit 43 mm Standrohrdurchmesser; hinten auf einer 17-Zoll 5-Speichen-Alu­felge mit einem 160 mm breiten Reifen, gebremst durch eine Scheibenbremse mit Doppel­kolbenzange, eingepaßt in eine Alu-Kastenschwinge mit wartungsfreundlichen Exenterspannern, gefe­dert durch in Vorspannung und Zug­stufen einstellbaren Stereo-Stoßdämpfer mit Ausgleichsbehältern. Abgerundet wird die Optik durch aufwendig gestaltete klassische Armaturen in einzelnen Chrombechern mit einer separaten Benzinuhr in der Mitte, einen bauchigen tropfenförmigen Tank und einem schönen designten Heck mit Entenbürzel und einem eingepaßten ellipsoiden Rücklicht.

In der Summe ihrer Eigenschaften ist die Zephyr 1100 eine gute Allround-Maschine, die auch sehr gut zum Touren taugt. Im Allgemeinen gilt für sie aber das Gleiche wie für die Zephyr 750, das Lieblingster­rain ist die Landstraße. Trotz des Gewichts von 262 Kilogramm (trocken) ist sie ungemein flott und wen­dig unterwegs und dass ohne großen Körpereinsatz.



Modell-Chronik



Zephyr 1100 A1 (1992)



Zephyr 1100 A2 US (1993)



Zephyr 1100 A3 (1994)



Zephyr 1100 B1 (1996)



Zephyr 1100 B1 (1996)

1991 Ende des Jahres wurde die neue Zephyr 1100 A1 den au­tho­risierten deutschen Kawasaki-Händlern auf Mallorca vorgestellt.

1992 wurde die A1 erfolgreich eingeführt, allein in Deutsch­land wur­den im ersten Jahr 2.200 Stück verkauft.
Verfügbare Farbe: hellrot und dunkelblau

1993 kam die Version A2 technisch unverändert daher. Außerdem erfolgte die Markteinführung A2 als ZR1100 auf dem US-ame­rika­nischen Markt. Aufgrund der äußerst mäßigen Verkaufszahlen blieb dies aber auch das einzige Jahr für das 1100er Dickschiff in den USA.
Verfügbare Farben: weinrot, blau und grün.

1994 wurde die Version A3 mit geänderten Vergasern und Zünd-Lenkschloss-Einheiten ausgeliefert.
Verfügbare Farben: schwarz und grün

1995 wurden aufgrund strengerer Lärm- und Abgasvorschriften Luftfilter, Schalldämpfer und die Vergaserabstimmung der A4-Ver­sion geändert. Außerdem wurden neue Düsennadeln verbaut, um den Verbrauch zu senken.
Verfügbare Farben: schwarz und grün

1996-1997 brachte Kawasaki eine Zephyr 1100-Version auf den Markt, die optisch noch näher an der Z-Serie lag, die Zephyr 1100 RS, die in Europa als Version B1 bekannt wurde. Im Gegensatz zu der vorherigen 1100er Version A4, hatte die B1 nun formschö­ne Drahtspeichenräder und eine Dreifarblackierung (Grundfarbe + 2 verschiedene graue Streifen). Außerdem bekam diese Version anders gelochte Bremsscheiben, geänderte Bremszangen und wesentlich größere Auspuffendtöpfe, ob die einem auch besser gefallen, ist Geschmacksache.

Leider war das Jahr 1996 auch das letzte Jahr, in dem die Zephyr 1100 nach Europa exportiert wurde. Aufgrund der gefüllten Lager der Importeure, war sie trotzdem bis Ende 1997 offiziell im europä­ischen Kawasaki-Programm (allerdings nur noch in schwarz). Die letzten wurden im Jahr 1998 erstzugelassen. Insgesamt wurden in Deutschland ca. 5600 Zephyr 1100 verkauft.
Verfügbare Farben: weinrot und schwarz.

1998-heute: Während weltweit die Zephyr 1100 aus dem Pro­gramm genommen und durch die ZRX 1100/1200 ersetzt wurde, ging es auf dem japanischen Markt für dieses beliebte Modell wei­ter.

Über technische und/oder optische Änderungen in den letzten Jah­ren ist nur sehr wenig in Europa be­kannt geworden. Die Guß­felgen-­ und die RS Speichenrad-Versionen existierten parallel wei­ter, bis das RS-Modell 2004 eingestellt wurde. In einigen Jahren gab es mehrere voneinander verschiedene Designs und Lackie­rungen. So existierten beispielsweise einfarbige Lackierungen ne­ben Lackierungen, die an die alte Z1 B angelehnt waren.

Im Jahr 2005 kam es aufgrund verschärfter Abgas- und Lärmbe­stimmungen in Japan noch einmal zu ei­nigen technischen Ände­rungen. Die Endschalldämpfer wurden noch länger und die Zephyr verfügte nun über einen ungeregelten Katalysator. Außerdem sind nun Motorblock und Zylinder schwarz lackiert und die Kühlrippen ange­schliffen.

Zum Ende des Jahres 2006 wurde der Bau der 1100er anscheinend eingestellt, 2007 und 2008 wird die Zephyr 1100 noch offiziell in den Katalogen geführt, aber es werden nur noch Lagerbestände in der Far­be schwarz-rot abverkauft.

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